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Spot Repair / Smart Repair  im Extremfall.

Eine kleine Unachtsamkeit und der Lack hat Kratzer!  Besonders schlimm ist das bei einem Candylack der aus einem einfarbigen Grundlack und einer farbgebenden Lasur besteht die je Schichtdicke an Intensität zunimmt.  Ist so etwas mit Spot Repair auszubessern?  Wir sind der Meinung das es mit etwas Geschick geht und haben deshalb an einem konkreten Fall einen Workshop erstellt der sich aber genauso an 1 Schicht Unilackierungen sowie 2 Schicht Metalliclackieren anwenden läßt.
Aber sehen Sie selbst.






 spot_1.jpg  Am Beispiel eine Tanks der einen tiefen Kratzer hatte möchten wir die Technik des Spot Repairs erklären.Grundlegend ist hierbei immer das nicht das ganze Teil lackiert wird sondern in einem Übergangsbereich der Lack ausläuft und später dieser Bereich poliert wird um einen Übergang unsichtbar zu machen.
Wichtig bei einem Spot Repair auch Smart Repair genannt (übersetzt ungefähr punktuelle Reparatur) ist immer das die Schadensstelle so klein wie möglich bearbeitet wird.
Dieser Vorgang gleicht dem jeder normalen Lackierung vom Schleifen, Spachteln, Füllern, Schleifen, Lackieren. Den Kratzer haben wir lediglich auf dem Foto markiert. Sie können jedes Bild vergrößern.
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Wie auf dem zweiten 
Bild markiert ist sucht man sich einen Bereich der für ein Beispritzen am besten geeignet ist sofern vorhanden. Oft sind das Kanten oder Rundungen. Bei Stößfängern oft der Bereich des Nummerschildes oder eine Ecke sofern der Schaden an der Seite ist. In diesem Fall ist eine leichte Kante im Tank. Der Kratzer wurde bereits mit Naßschleifpapier der Körnung P 1000 ausgeschliffen. Die nicht zu lackierenden Teile werden abgedeckt. Im Bereich des Überganges wird ein breites Klebeband verwendet welches man hochstehen läßt damit man später eine weiche Spritzkante erhält.
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Die angrenzenden Flächen werden ebenfalls leicht angerauht. Hier verwendet man allerdings eine Schleifpapier der Körnung P1500 oder noch besser P2000 da man sonst später mehr polieren muss. Wichtig ist der Bereich in dem später ausgenebelt wird. Der Lack muss genug Haftung erhalten das er beim polieren nicht abreißt und man einen snften Übergang erhält. Anschließend alles gut mit Silikonentferner reinigen.

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Schematisch sieht das so aus wie auf der Zeichnung. Hier fehlt lediglich der Candyfarbton der lasierend eingesetzt wird. Aber die Verfahrensweise ist immer die selbe.

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 Bei unserem Tank waren noch 2 kleine Punkte die etwas tiefer als der Füller gingen. Zum spachteln mit einem 2 K Polyesterspachtel war es zu wenig daher wurde hier ein 1 K Material verwendet das man gerne bei ganz minimalen Fehlern in der Füllerschicht einsetzt. Dieser wird ganz dünn aufgetragen und ist relativ schnell bei Raumtemperatur trocken (ca. 20 min). Geschliffen wird er mit wenig Druck und einem Schleifpapier der Körnung P 800. Anschließend nochmals mit Silikonentferner gereinigt.

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Als Grundfarbe der Candylackierung dient ein silberner Basislack der Firma Spies Hecker den wir mit einer Sata Dekor Z die sich für solche Arbeiten besonders gut eignet aufgebracht haben. Da sehr punktuell gearbeitet werden muss ist Sie in diesem Fall die beste Wahl. Wie man auf dem Bild sehen kann wurde das Klebeband an der Kante nochmals durch ein weiteres hochstehendes Klebeband überklebt. Dies soll den Klarlackbereich vor zu viel Overspray (abgesetzter Farbnebel) bewahren. Sobald die Schadstelle deckend ist reicht der Farbauftrag aus. Der Übergang der Lasur ist hierbei das wichtigste, denn diese bildet die eigentliche Schwierigkeit.

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Bei einem normalen Spot Repair wären wir an dieser Stelle bereits beim Klarlack. Wir spritzen jedoch nur kurz die Pistole grob aus und geben etwas von der Candylasur die wir vorher 1:1 mit einem 1 K Klarlack von Spies Hecker verdünnt haben hinzu. Damit wird das Silber und ein knapper Rand der vorher noch den Orginal Candylack zeigte übernebelt. Dieser nun etwas hellere Rand (zum Originalton) dient uns später als Brücke um den Farbton anzupassen und den Übergang unsichtbar zu machen. Den Lasuren haben die Eigenart mit jedem Auftrag dunkler zu werden. 

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Nun verwenden wir nur noch die verdünnte Lasur. und arbeiten uns langsam von der Schadensstelle nach aussen. Zuerst sollte der innere Bereich ungefähr dem eigentlichen Ton entsprechen. Nur noch etwas heller.
Ablüftzeiten sind kaum nennenswert da der 1 K Klarlack sofort anzieht.




 spot_9.jpg  Hier sieht man wie langsam die Fläche den eigentlichen Farbton erreicht.
Der Randbereich wird zum Schluß mit der Lasur ausgenebelt bis ein Übergang praktisch nicht mehr erkennbar ist. Man muss sich langsam rantasten und die verdünnte Lasur läßt eine genaueres Arbeiten zu. Wichtig ist hierbei nicht verkrampft zu arbeiten sondern locker aus dem Handgelenk zu spritzen. So können sich keine Stellen durch zu dichten Auftrag verdichten.
Als Tipp: Hören Sie flotte Musik dabei, das entspannt. Es ist eine Gefühlssache.


 spot_10.jpg  Nachdem der Farbton und Übergang paßt beginnen wir mit dem Klarlack.Wir lassen den Basislack sowie den 1 K Klarlack mit der Candylasur gut ablüften (ca. 20 min) und entfernen eventuelles Overspray in den Randbereichen mit einem Staubbindetuch. Das Klebeband das welches wir über das erste hochstehende aufgebracht haben können wir nun wieder entfernen so das wir lediglich an der Kante selber noch ein hochstehende klebeband haben. Eine Überlappung von ca 1 cm reicht aus.
   
   
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Wir rühren eine kleine ausreichende Menge MS oder HS Klarlack 2:1 mit einem kurzen Härter an (bitte Herstellerangaben beachten). Wegen der etwas kleineren Düse der Sata Dekor Z sollte der Lack minimal mehr verdünnt werden. Hier könnten Sie auch eine Sata Minijet einsetzen.
Verwenden Sie einen Meßstab zum anrühren damit das Verhältnis stimmt.
Für kleine Mengen eignen sich sehr gut Pappbecher die es in jedem Supermarkt gibt. Später einfach austrocknen lassen und in den Restmüll geben. 


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Sie spritzen nun die Schadensstelle sowie bis an den Übergangsbereich einmal satt vor. und lassen den Klarlack ablüften. Um festzustellen ob er genug abgelüftet hat können sie am Klebeband mit dem Finger eine sogenannte Quitschprobe machen. Wenn sie vorsichtig mit dem Finger über das Klebeband fahren und kein Lack mehr am Finger haften bleibt aber der Lack noch so leicht klebrig ist das er quitscht ist genau die richtige Ablüftzeit erreicht. Sie spritzen bis in den Übergangsbereich (hier eingekreist).
Nach dem Ablüften erfolgt ein weiterer Gang Klarlack der in diesem Fall um das Eck und bis an die Kante oben geht die wir nochmals etwas hochgebogen haben (Klebeband)

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Nach dem 2ten Gang Klarlack entfernen wir das Klebeband im Übergangsbereich zügig und spritzen die Pistole wieder grob aus. Es macht nichts wenn etwas Klarlack in ihr bleibt. Nun geben wir eine Beispritzverdünnung in die Pistole, in unserem Fall Speed Blender (Art.Nr. 1035) von Spies Hecker und überspitzen damit die Stellen an denen der Klarlack auf den alten Lack trifft. Hier kann man ruhig etwas großzügig arbeiten, jedoch nicht zu heftig auftragen damit es nicht läuft.
Nun kann alles in Ruhe trocknen. In unserem Fall haben wir den Lack über Nacht bei Raumtemperatur ca. 16 Stunden durchhärten lassen.

spot_15.jpg Nach dem Trocknen werden die Übergänge nochmals naß mit einem Schleifpapier der Körnung P2000 geebnet. Beim Schleifen zwischendurch immer wieder sauber putzen und  abtrocknen. Dann sehen sie evtuelle Ränder besser. 
 
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Endlich kann poliert werden. Wir verwenden hierzu eine Poliermaschine (regelbare Bohrmaschine, Akkuschrauber o.ä.) mit einem Schwammaufsatz.
Wer die Kosten für diese speziellen Polieraufsätze scheut kann auch einen Klettteller mit einem Küchenschwamm (die Gelben mit einer rauhen Topfkratzerseite) verwenden. Die rauhe Seite haftet sehr gut auf dem Klettteller. Für kleine Arbeiten ist es vollkommen ausreichend. Allerdings darf die Geschwindigkeit nicht zu hoch sein damit der Schwamm nicht davonfliegt.

Zuerst polieren wir mit einer gröberen Schleifpaste vor. In diesem Fall von 3M Artikel. Nr. 09374. Danach mit einer mittleren Körnung (3M Artikel Nr.09639).
Und zum Schluß die Hochglanzpolitur (3M Artkel Nr. 09376). Für jede Politur entweder Schwamm auswaschen oder neue nehmen. Überreste kann man mit einem Microfasertuch entfernen. Beim Polieren eignet sich eine flache Lichtquelle oder ein Fenster gut um die Polierqualität im flachen Sichtwinkel zu beurteilen.

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Wenn alles geklappt hat sollte das Ergebnis später so aussehen.
Das nächste Bild zeigt die Übergange in Nahaufnahme. An den Reflexionen kann man sehen das keine Übergange mehr sichtbar sind.
Der Kunde war auch der Meinung das man überhaupt nichts mehr erkennen kann. Genauso kann man auch jede Airbrushlackierung ausbessern obwohl manche Zweifler das als Argument für eine Folienbeschichtung anführen die aber weder zeitliche Vorteile haben noch diese Qualität erreichen.
Und einen Preis gewinnt man damit sicher nicht :-)



Der Übergangsbereich ist hier perfekt auspoliert.
Über Anregungen und Fragen freuen wir uns.